Unterhaus Spezial: Wordrap mit Andreas Aigner
Der 32-jährige kaufmännische Angestellte begann seine Karriere beim derzeitigen Bezirksligisten SV Antiesenhofen und wechselte in der Folge zum SK Schärding, wo er viereinhalb Jahre tätig war. Nachdem der Vollblutstürmer beim Landesligisten zum Verteidiger umgeschult wurde und in der Viererkette oder als Manndecker agieren musste, zog es den Goalgetter wieder in den gengerischen Strafraum und wechselte deshalb im Januar 2009 zur Union Eggerding. In der 2. Klasse erzielt Aigner Tor um Tor, avancierte in der letzten Saison mit 24 Treffern zum Torschützenkönig der 2. Klasse West-Nord und ist im aktuellen Spieljahr mit derzeit 30 Toren auf Rekordkurs.
Du konntest mit deiner Mannschaft am Oster-Wochende den Pflichtsieg gegen Vichtenstein einfahren, aber es war nicht so einfach.
Wir haben uns lange Zeit schwer getan, mit dem Führungstreffer konnte ich dann aber den Bann brechen. Zwei weitere Tore von mir sicherten letztendlich den klaren Heimsieg. Das Ergebnis hätte am Ende auch höher ausfallen können, denn ich habe noch zwei weitere Tore geschossen, die Schiedsrichter Wagner wegen Abseitsstellungen jedoch nicht anerkannt hat.
Eggerding ist im Aufstiegskampf mittendrin und voll dabei, derzeit fehlt nur ein einziger Punkt zu einem Aufstiegsplatz. Habt ihr mit dieser starken Saison gerechnet beziehungsweise ist der Aufstieg das erklärte Ziel?
Auch in der letzten Saison haben wir stark gespielt, zu Beginn der Rückrunde aber den Anschluss verpasst. Deshalb wollten wir in dieser Saison ganz vorne mitmischen und das ist uns bisher ausgezeichnet gelungen. Natürlich wollen wir aufsteigen, doch das ist gerade in dieser Saison sehr schwer, da derzeit fünf Mannschaften um zwei Aufstiegsplätze kämpfen. Es ist aber noch alles drinnen - unter Umständen sogar der Meistertitel. Und sollten wir tatsächlich Meister werden, dann steigt in Eggerding wohl ein Fünf-Tages-Fest.
Bei dir läuft es in dieser Saison sensationell, hast du das erwartet?
Nein eigentlich nicht. Ich habe mir rund 20 Saisontore vorgenommen, dass es jetzt schon 30 geworden sind, ist unglaublich.
Du hast deinen bisherigen Torrekord bereits pulverisiert, knackst du jetzt auch noch die 40-Treffer Marke?
Meine bisherige Bestmarke lag bei 25 Saisontoren. Es sind zwar noch acht Partien zu spielen, aber da treffen wir vorwiegend auf starke Gegner. Die 40 Tore werden sich wahrscheinlich nicht ausgehen. Aber eigentlich ist es mir auch egal, wie viele Tore ich schieße, viel wichtiger ist mir, mit Eggerding den Aufstieg zu schaffen.
Welche Erfolge konntest du in deiner bisherigen Karriere feiern?
Ein Meistertitel ist mir bislang versagt geblieben. In dieser Saison könnte es vielleicht klappen - zumindest mit dem Aufstieg. Aber dafür war ich bereits vier Mal Torschützenkönig - ein Mal in der Bezirksliga, zwei Mal in der 1. Klasse und im Vorjahr in der 2. Klasse West-Nord. Und in diesem Jahr ist mir die "Torjäger-Kanone" wohl auch nicht mehr zu nehmen, da mein schärfster Verfolger, Dominik Razesberger von Donautal, derzeit bei 18 Treffern hält. Ein besonderes Erlebnis war für mich, als ich vor acht Jahren beim 6:2-Sieg gegen Taufkirchen/Pram alle sechs Antiesenhofener Tore erzielen konnte.
Du wirst in diesem Jahr 33, denkst du schon über ein Karriereende nach beziehungsweise welche Ziele willst du noch erreichen?
Wenn ich halbwegs verletzungsfrei bleibe - bislang war ein Muskelbündelriss die einzige gröbere Verletzung - möchte ich zumindest noch drei Jahre spielen. Wie es derzeit aussieht, werde ich den Verein auch nicht verlassen, ist eine höhere Liga, Bezirks- oder Landesliga, eigentlich kein Ziel mehr. Ich möchte mit der Union Eggerding noch einiges erreichen und werde voraussichtlich bei diesem Klub meine Karriere auch beenden.
Wo siehst du deine fußballerischen Stärken beziehungsweise Defizite?
Das Kopfballspiel funkioniert ganz gut und ich meine, dass ich über einen "Torriecher" verfüge. Aber derzeit läuft es sensationell gut, gelingen mir Tore aus allen Lagen und mit sämtlichen Körperteilen. Da ich nun doch schon etwas in die Jahre gekommen bin, ist die Lauffreudigkeit nicht mehr so ausgeprägt, wie noch vor einigen Jahren. Jetzt bin ich mehr der "Wühler" im Strafraum - ein Gerd Müller-Typ.
Andreas Aigner im WORDRAP:
Gerald Kickinger: Sehr ehrgeiziger Trainer, menschlich schwer in Ordnung
Union Eggerding: Kleiner Verein, derzeit im Aufschwung
Idol: Harald Cerny
Lieblingsverein: TSV 1860 München
unterhaus.at: sensationelle Seite, hier erfährt man alles - und stets aktuell - besonders über die kleinen Vereine
Nationalteam: Gute Einzelspieler, aber kein Kollektiv
Doping: Hat im Sport nichts zu suchen
Bier: Erst nach dem Spiel
Sex vor dem Spiel: Gerne, aber nur mit meiner Frau
Blondinen: Meine Frau ist eine
McDonalds: Wenn man so wie ich Kinder hat, kommt man daran nicht vorbei, aber mir schmeckt`s auch
Pokern: Ich mag vorwiegend Würfelspiele
Karl Heinz Grasser: Politik interessiert mich weniger
Kunstrasen: Im Winter super, im Innviertel jedoch rar
Fukushima: War hoffentlich der letzte Super GAU
Berge oder Meer: Meer
Chaotisch oder ordentlich: Eindeutig chaotisch
Bericht: Günter Schlenkrich, Unterhaus
Fotos: Dominik Rager







